Trier Center for Digital Humanities präsentiert sich auf der Digital Humanities 2012 in Hamburg

Die Digital Humanities, oder kurz „DH“, zählt zu den wichtigsten Großveranstaltungen im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften, weshalb selbstverständlich auch das Trier Center for Digital Humanities (TCDH) vertreten war. In diesem Jahr wurde die international bedeutsame Konferenz von der Universität Hamburg ausgerichtet und fand hier vom 16.–22. Juli statt.

Vor Beginn der eigentlichen Konferenz war zunächst eine DHD Unconference angesetzt, in deren Mittelpunkt die Gründung eines deutschen Regionalverbandes Digital Humanities Deutschland (DHD) stand, der sich zukünftig als Interessenvertretung und gemeinsame Plattform für die vielfältigen DH-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum etablieren soll. Als Vertreterin des TCDH, eines der deutschlandweit ältesten Forschungszentren in diesem Arbeitsbereich, wurde Prof. Claudine Moulin in den Vorstand der DHD gewählt und wird die digitalen Geisteswissenschaften nun nicht nur deutschlandweit mitbestimmen, sondern über den Regionalverband DHD auch in der europäischen Association for Literary and Linguistic Computing (ALLC) sowie im internationalen Dachverband Alliance of Digital Humanities Organisations (ADHO) repräsentiert sein.

Am Abend des zweiten Tages der DH 2012 stellte Prof. Moulin unter dem Titel „Dynamics and Diversity: Exploring European and Transnational Perspectives on Digital Humanities Research Infrastructures“ in einer Keynote die eigenen Positionen zur Bedeutung der Digital Humanities vor und betonte, dass der Erhalt und die Dokumentation kultureller und sprachlicher Varianz nicht nur eine der bedeutendsten Herausforderungen bei der Entwicklung wissenschaftlicher Methodologien und für die Zukunft der Digital Humanities sei, sondern auch eines der Schlüsselthemen der europäischen wie internationalen (Wissenschafts-)politik und Forschungsförderung.

Daneben trugen weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Trierer Zentrums zum Programm der DH 2012 bei: Die Nachwuchswissenschaftler Michael Bender und Joshgun Sirajzade, die beide mit einem zuvor eingeworbenen Stipendium nach Hamburg gereist waren, stellten beim DH-Science Slam ihre Dissertationsprojekte vor. Das Trierer Kooperationsprojekt XML-Print (gemeinsam mit dem Zentrum für Technologietransfer und Telekommunikation in Worms), führte der interessierten Fachöffentlichkeit die gleichnamige Software zur regelbasierten Formatierung und Erzeugung anspruchsvoller Textsatzergebnisse beliebiger XML-Dateien live vor. Auch bei der angegliederten Projektmesse waren verschiedene Vorhaben des TCDH mit Posterpräsentationen vertreten.

Die Keynote von Prof. Moulin ist als Lecture2go verfügbar.

Weitere Infos auch unter:
http://www.dh2012.uni-hamburg.de/