Geschichtssoftware: Historische Forschung im digitalen Zeitalter

Eine Reihe elektronischer Werkzeuge, sog. Softwaretools, haben die Mitarbeiter des Trierer Kompetenzzentrums (Trier Center for Digital Humanities) im Gepäck, wenn sie am kommenden Dienstag zum 49. Deutschen Historikertag nach Mainz fahren. Gemeinsam mit Kollegen des Büro-W und des INF-Projekts des SFB 600 präsentieren sie an Stand 0.38 „Geschichtssoftware“ die neuesten Entwicklungen im Bereich digitaler Nachschlagewerke, Forschungsinfrastruktur und Visualisierungstechnologie, die den modernen Wissenschaftler bei der täglichen Arbeit unterstützen sollen. Dabei informiert ein umfassendes Angebot an Live- und Posterpräsentationen die Besucher über zentrale Entwicklungen des Kompetenzzentrums und seiner Kooperationspartner:

Der Digitale Peters, eine gemeinsam mit dem Büro-W (Wiesbaden) entwickelte DVD-ROM, basiert auf der „Synchronoptischen Weltgeschichte“ von Arno Peters, einem zweibändigen Tafelwerk im Atlasformat, das 1952 erstmals die großen Linien und Zusammenhänge der Weltgeschichte durch ein neues Darstellungsverfahren vor Augen führte. Die elektronische Weiterentwicklung aus dem Jahr 2010 und deren umfassenden Recherche- und Vernetzungsfunktionen können zweimal täglich in einer Beamerpräsentation entdeckt werden. Ebenso werden individuelle Vorführungen am Notebook angeboten.

Die gemeinsam mit dem Arbeitsbereich INF des SFB 600 an der Universität Trier entwickelte Software FuD (Forschungsnetzwerk und Datenbanksystem) ist als integrierte Arbeits-, Publikations- und Informationsplattform konzipiert und dient der Koordinierung und Organisation von projektübergreifenden Kooperationen sowie der Vernetzung von Forschungsmaterialien
und -ergebnissen. Wie FuD erfolgreich bei der wissenschaftlichen Editionsarbeit eingesetzt wird, sollen Beispiele aus der Trierer Projektpraxis demonstrieren. Dabei kann auch geklärt werden, inwiefern die entwickelten Tools die eigene Arbeit unterstützen können. Gezeigt werden im Rahmen verschiedener Projekte (Arthur Schnitzler: Digitale historisch-kritische Edition, August Wilhelm Schlegel „Kritische Ausgabe der Vorlesungen“ Band IV–VI [Wiener und Bonner Vorlesungen], Digitalisierung und elektronische Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels, Abschluss der Kritischen-Friedrich-Schlegel-Ausgabe [KFSA], Wolfgang Koeppens „Jugend“: Nachlasserschließung, textgenetische Untersuchung, Digitalisierung und Edition) entwickelte Editionstools – etwa ein interaktives Werkzeug zur manuellen Erstellung von Transkriptionen und zur differenzierten Textauszeichnung oder zur Kollationierung sowie zur Kommentar- und Registererstellung.

Anhand des Projektes Vernetzte Korrespondenzen, einem ab 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Vorhaben an der Schnittstelle von Geisteswissenschaft und Informatik, wird außerdem der Einsatz von FuD bei der Erschließung, Erforschung und Visualisierung von sozialen, räumlichen, zeitlichen und thematischen Netzen in historischen Briefkorpora vorgeführt.

Als Experten für den Bereich Digital Humanities stehen die Trierer Standmitarbeiter auch für persönliche Beratungsgespräche zu IT-Lösungen in der Geschichtswissenschaft zur Verfügung und erteilen gerne Auskünfte über die vielfältigen Projekte und Aktivitäten des Kompetenzzentrums.

 

Kontakt vorab:
Dr. Thomas Burch
ed.reirt-inu@hcrub
Tel. +49(0)651/201-3364