Magische Lichtspiele ‒ Triers ältestes Kino beim City Campus 2016 am 30. September

Die Projektionskunst war im 19. Jahrhundert ein Massenmedium und gilt als Vorläufer des modernen Films. Seit 2013 wird dieses kulturtechnische Phänomen in einem Kooperationsvorhaben vom Trier Center for Digital Humanities (TCDH) untersucht. Im Rahmen der Veranstaltung City Campus trifft Illuminale am 30. September 2016 stellt das TCDH das Projekt im Theater Trier vor und lädt zusammen mit dem Ensemble Illuminago zu Aufführungen und Workshops mit historischen Projektionsgeräten ein.

Die Laterna Magica (Zauberlaterne) ist im Grunde ein antiker Beamer. Mit Hilfe von Licht und bemalten oder bedruckten Glasplatten wurden damit vor 150 Jahren Bilder auf die Leinwand geworfen. Durch Ein- und Überblendungen sowie weitere mechanische Vorrichtungen entstanden so bewegte Bilder. Dazu wurden meist Texte vorgelesen und Live-Musik gespielt, so dass bei den Vorstellungen ganze Geschichten erzählt wurden.
Heute ist die Projektionskunst fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Doch in Triers ältestem Kino können die Besucher in die Mediengeschichte eintauchen und authentische Aufführungen mit einer historischen Laterna Magica erleben.

Veranstaltungsort  und -zeit:
Theater Trier, Studio, Am Augustinerhof, 54290 Trier
Öffnungszeiten: 16:00 bis 00:00 Uhr; Vorstellungen: 16:00, 20:00 und 22:00 Uhr


Programm "Magische Lichtspiele. Triers ältestes Kino" am 30. September 2016

16:00 Uhr Familienprogramm mit Workshop
Nach einer kurzen Einführung in die historische Projektionskunst durch Dr. Thomas Burch (TCDH) und Dr. Ludwig Maria Vogl-Bienek (Universität Trier) folgt eine 20-minütigen Aufführung mit der Zauberlaterne. Danach haben interessierte Familien Gelegenheit, sich die historischen Projektionsgeräte aus der Nähe anzuschauen und mit dem Ensemble Illuminago sowie den Wissenschaftlern zu kommen.
Kinder ab 9 Jahren können bei einem Workshop mit Spielzeug-Laternen selbst Bilder erleuchten lassen und sich Geschichten ausdenken, die anschließend den Eltern und Geschwistern präsentiert werden.

Hinweis: Um eine optimale Betreuung während des Workshops zu gewährleisten, ist die Teilnahme auf maximal 16 Kinder begrenzt. Um Voranmeldung per E-Mail wird daher gebeten an ed.reirt-inu@enollem.


20:00  & 22:00 Uhr Abendprogramm mit Hands-On-Session
Auch am Abend beantworten die Künstler und Forscher nach den Ein- und Vorführungen gerne wieder Fragen aus dem Publikum. Wer Lust hat, kann sich in der Mitmach-Werkstatt auch selbst als Projektionskünstler versuchen und zahlreiche optische Geräte ausprobieren.


Weitere Informationen

Einlass ist immer 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Wir bitten zu beachten, dass die Teilnehmerzahl aufgrund der Räumlichkeiten begrenzt ist. First come, first serve! Während der Aufführungen ist das Studio nicht für den Durchgangsverkehr geöffnet.

Im Studio des Theater wird das TCDH einen Stand zum Forschungsprojekt Medienhistorische, methodische und medientechnische Grundlagen der Digitalisierung von Werken der historischen Projektionskunst einrichten.
Dr. Thomas Burch und Li Sheng stehen auch zwischen den Aufführungen gerne für Fragen zur Verfügung.


Beteiligte

Trier Center for Digital Humanities (TCDH)

Das TCDH ist als Forschungseinrichtung der Universität Trier eines der ältesten und führenden Zentren für Digitale Geisteswissenschaften in Deutschland. Seit 2013 arbeitet es zusammen mit dem hiesigen Lehrstuhl für Medienwissenschaften unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Loiperdinger an dem Projekt Medienhistorische, methodische und medientechnische Grundlagen der Digitalisierung von Werken der historischen Projektionskunst. Das Vorhaben erforscht die Werke der historischen Projektionskunst des 19. Jahrhunderts, die trotz ihrer früheren Popularität von der Wissenschaft lange unbeachtet blieb.
Ziel ist, die überlieferten Werke zu digitalisieren und dauerhaft im Internet frei zugänglich zu machen. Hierfür werden die Werke in ihrer chronologischen Abfolge erfasst und rekonstruiert, Quellen gesammelt Verfahren zur bild- und tontechnischen Aufnahme und Wiedergabe entwickelt. Weitere Informationen unter .

Ensemble Illuminago
Karin Bienek und Dr. Ludwig Maria Vogl-Bienek treten seit drei Jahrzehnten als Projektionskünstler auf und bieten neben Vorführungen mit der Laterna Magica auch Seminare und Präsentationen zur Mediengeschichte an. Erst kürzlich hat Dr. Ludwig Maria Vogl-Bienek, der als Medienwissenschaftler an der Universität Trier arbeitet, sein neues Buch "Lichtspiele im Schatten der Armut. Historische Projektionskunst und Soziale Frage" veröffentlicht.
Unterstützt wird das Ensemble am 30. September 2016 von Mervyn Bienek (Produktionsassistenz), Judith Herrmann (Musikalische Gestaltung am Klavier) und Dina Keller-Metje (freie Regisseurin) und Sarah Woike.

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