Maschinen und Manuskripte: Neuer Themenraum im Virtuellen Museum Digital Humanities ist online

2015 war in der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars in Trier die Ausstellung "Maschinen und Manuskripte – Digitale Erschließung der Handschriften von St. Matthias" zu sehen, die aus dem Kooperationsvorhaben eCodicology hervorgegangen ist. Nun hat das Trier Center for Digital Humanities (TCDH) in seinem Virtuellen Museum einen weiteren Themenraum eingerichtet, in dem die Ausstellung dauerhaft im Internet besucht werden kann.

"Maschinen und Manuskripte" wirft einen Blick auf die Digitale Kodikologie, in der konventionelle Methoden zur Untersuchung von mittelalterlichen Handschriften (Kodikologie) durch computergestützte Verfahren ergänzt werden. Die erklärenden Texte und Bilder aus der Präsentation von 2015 sind erweitert und in eine entsprechend konzipierte Website überführt worden, die nun für die breite Öffentlichkeit jederzeit frei zugänglich unter dhmuseum.uni-trier.de/node/341 abrufbar ist.

Im Virtuellen Museum werden die User nach einer Einführung in das eCodicology-Projekt durch drei Themenstationen geführt. Die erste Station vermittelt Grundwissen zu Handschriften: Hier wird z. B. erläutert, was ein Kodex ist, wo und wie im Mittelalter Bücher hergestellt wurden, warum ihre Seiten kunstvoll bemalt sind und was es mit den aufwendig gestalteten Einbänden auf sich hat. Die zweite Station stellt die digitale Handschriftenforschung vor und beantwortet Fragen zur automatisierten Untersuchung von mittelalterlichen Büchern, zu Methoden der Datenanalyse und zur digitalen Darstellung von Forschungsergebnissen. Am Ende erwartet die Besucher ein interaktives Quiz zur Buchgeschichte, bei dem sie ihr frisch erworbenes Wissen testen können.

Das interdisziplinäre Vorhaben eCodicology, an dem neben dem TCDH auch die Technische Universität Darmstadt und das Karlsruher Institut für Technologie beteiligt waren, wurde von 2013 bis 2016 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es schloss an das bis 2014 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Digitalisierungsprojekt Virtuelles Skriptorium St. Matthias an, das den noch erhaltenen Handschriften-Bestand der mittelalterlichen Bibliothek der Trierer Benediktinerabtei St. Matthias online zusammenführt.

Seit 2015 betreibt das TCDH das Virtuelle Museum für die Digitalen Geisteswissenschaften. Als Lehrplattform dient es u. a. der Vermittlung von Kompetenzen bei der Informationssuche, -aufbereitung und -präsentation an Studierende der Universität Trier und gibt Einblick in die Arbeit des TCDH als eines der führenden Zentren der Digital Humanities in Deutschland.