Onlinegang der digitalen Edition von Komödie der Verführung in der Version Beta 2.1

Komödie der Verführung, erste Skizze, Provenienz Cambridge University LibraryOpen

Komödie der Verführung, erste Skizze, Provenienz Cambridge University Library

Im Rahmen des binationalen Forschungsprojekts Arthur Schnitzler digital. Digitale historisch-kritische Edition (Werke 1905 bis 1931) ist die philologisch an der Bergischen Universität Wuppertal erarbeitete und vom Trier Center for Digital Humanities medientechnologisch aufbereitete Edition des Schauspiels Komödie der Verführung online gegangen. Zugleich wurde die digitale Gesamtedition nun auch offiziell in die Digital Library der Universitätsbibliothek Cambridge integriert und ist von dort aus zugänglich.

Komödie der Verführung wurde erstmals 1924 im S. Fischer Verlag publiziert und am 11.10.1924 unter der Regie von Hans Brahm am Burgtheater in Wien uraufgeführt. Um keines seiner Werke hat der Autor so lange gerungen wie um dieses Drama, dessen Handlung in der letzten Fassung unmittelbar vor und nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs angesiedelt ist. Die Rekonstruktion und Dokumentation seiner sich über 35 Jahre erstreckenden Entstehungsgeschichte ist von besonderem Interesse, stellt aber auch eine große Herausforderung dar. Die jetzt in einer Beta-Version vorgelegte digitale Ausgabe bietet neben einem zitierfähigen, um eindeutige Textfehler bereinigten Lesetext die historisch-kritische Erstedition des gesamten überlieferten, aus Notizen, Skizzen, Werkniederschriften und Druckfahnen bestehenden Nachlassmaterials zu dem aus der Idee zu einer Rahmennovelle hervorgegangenen dreiaktigen Drama (einschließlich erläuternder Beitexte zu Textgenese, Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte aller edierten, rund zweitausend Blatt umfassenden Dokumente). Die neue Version Beta 2.1 enthält auch einige Überarbeitungen und Neuerungen, die den Zugang zu allen bislang im Rahmen von Arthur Schnitzler digital editierten Werken betreffen (d.h. Fräulein Else, Marionetten und Doktor Gräsler, Badearzt). Neben anderen Funktionalitäten wurde so z.B. die interaktive Ansicht („Chronologie“) optimiert, die alle zu dem jeweils ausgewählten Werk gehörenden Dokumente entsprechend ihren Entstehungsdaten sortiert auf einem Zeitstrahl präsentiert.

Das Forschungsprojekt Arthur Schnitzler digital. Digitale historisch-kritische Edition (Werke 1905 bis 1931) wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der Bergischen Universität Wuppertal, der University of Cambridge und dem University College London in Kooperation mit der Cambridge University Library, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem Arthur-Schnitzler-Archiv-Freiburg sowie mit dem Trier Center for Digital Humanities durchgeführt. Das deutsche, Anfang 2012 gegründete und als Forschungsvorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste im Rahmen des Akademienprogramms geförderte Teilprojekt bearbeitet die Werke ab 1914; das britische, vom Arts and Humanities Research Council (AHRC) finanzierte Teilprojekt bearbeitet Werke von 1905 bis 1913.